Pascal Mercier: Nachtzug nach Lissabon

Das Buch beginnt mit einem Donnerschlag: „Der Tag, nach dem im Leben von Raimund Gregorius nichts mehr sein sollte wie zuvor, begann wie zahllose andere Tage.“

Besagter Gregorius, die Hauptfigur, ist ein kauziger und penibler Lehrer für Griechisch, Hebräisch und Latein an einem Gymnasium in Bern. Er führt ein Leben, das man landläufig als langweilig bezeichnet. Bis er eines Tages durch die kurze Begegnung mit einer geheimnisvollen Frau einen für ihn schier unerhörten und eigentlich undenkbaren Entschluss fasst: Er verlässt seine Klasse (mitten im Unterricht), seine Stadt und sein bisheriges Leben, um sich auf die Spuren eines Portugiesen zu machen, von dem er lediglich den Namen und ein Buch kennt.

Pascal Mercier hat mich bereits auf den ersten Seiten komplett gefangen genommen und bis jetzt (ungefähr auf halbem Weg) nicht mehr losgelassen. Mit einer geschliffenen, klaren Sprache voller wunderbarer Bilder erzählt er das Abenteuer eines Mannes, der sich eines Tages entschließt, endlich am richtigen Leben teilzunehmen. Der Roman ist fesselnd (was passiert als nächstes?), philosophisch und poetisch zugleich und vor allem von einer sprachlichen Reinheit und Präzision, die ihresgleichen suchen. Für mich bisher das Buch des Jahres!

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